Pferdearbeit im Gemüsebau?

Ist die Arbeitsweise rückwärts gerichtete, verklärte Nostalgie? Oder stehen wir vor einer Zeit des Umbruchs?

Auf dem Gärtnerhof Riede südlich von Bremen wird besonderer Wert auf alte und regionale Sorten gelegt. Das Gemüse, das nach Demeter-Richtlinien angebaut wird, ist regelmäßig auf den Wochenmärkten in Bremen zu finden und sicher vielen bekannt. Dass auf diesem Hof aber noch, oder besser wieder, Pferde im Einsatz sind, vielleicht nicht. Der Hof hat sich bewusst für die biologische-dynamische Anbauweise und gegen den Trend der hochtechnisierten Produktion entschieden. Anstelle eines programmierten selbstfahrenden Roboters schreitet hier nun Artos, ein belgisches Kaltblut, vor dem Pflug durch die Gemüsereihen.

Die Entscheidung für Pferde war für die Eigentümer ein Mix aus Emotionalität und Vernunft: Das Pferd ist früh auf feuchtnassen Flächen einsetzbar – der Traktor nicht. Der Boden wird nicht hochgradig verdichtet – Wurzeln können Nahrung für die Pflanze stressfreier aufnehmen, die Pflanzen sind gesund. Die Geräte sind nicht kostenintensiv und senken so die Betriebskosten. Das Futter kommt direkt vom Hof und der Mist dient wiederum als wertvoller Dünger, entstanden aus unterschiedlichen Gräsern, von blütenreichen Weiden. Im Zusammenspiel der Zersetzungskräfte der Bakterien, Pilze, Algen und Insekten entstehen die Lebensräume unserer Nahrung, dem Gemüse. Sie sind zum Beispiel Grundlage für die über 100 Tomatensorten, die auf dem Hof gezüchtet werden.

Am Sonntag, 18. August ist von 11 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür.
Adresse: Gärtnerhof Riede, Kaiserdamm 14a, 27339 Riede, Ulrich und Gundel Schmidt

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stellt Ihnen in jeder Ausgabe eine  Künst­lerin oder einen Künstler aus der Region vor. Diesmal präsentieren wir Werke von Denis Vidinski.

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